Kinder

Tauchtauglichkeit Kinder

Tauchende Eltern freuen sich natürlich, wenn die Kinder Freude am Schwimmen und Schnorcheln haben und warten darauf mit den Sprösslingen unter Wasser gehen zu können.

Auf die Frage der Tauchtauglichkeit gibt es bei Kindern keine einfache und allgemeingültige Antwort. Viele verschieden Aspekte spielen hier eine Rolle, je nach Alter, Entwicklungs- und Reifungsgrad des Kindes oder Jugendlichen.

Die “normale” Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist für Kinder nicht geeignet. Sie kann schon daran scheitern, dass manche Kinder nicht an die Pedale beim Fahrrad für das Belastungs-EKG kommen.
Zudem sollten Kinder möglichst immer von einem erfahrenen Taucharzt in Kooperation mit einem Kinderarzt oder am besten von einem in der Tauchmedizin erfahrenen Kinderarzt untersucht werden.

Tauchen

Tauchen – © 2008 Ute Gehrke

Was verdient besondere Beachtung?

Entwicklung:

Sicheres Schwimmen und Tauchen sollte eine selbstverständliche Voraussetzung für das Flaschen-Tauchen sein.
Das Skelettwachstum ist noch nicht abgeschlossen und gerade in der Pubertät kann es zu muskulären Imbalancen kommen.

Gute Konzentrationsfähigkeit ist wichtig, um die Tauchtheorie zu verstehen und während des Tauchgangs zusammen mit dem Lehrer umzusetzen.

HNO und Lunge:

Im Bereich der Ohren und der Lunge sind Kinder noch in der Entwicklungsphase. Mittelohrentzündungen sind häufig. Die sogenannte Tubenfunktion, die notwendig für eine gute Belüftung des Mittelohrs ist und ganz entscheidend für den Druckausgleich beim Tauchen,ist noch eingeschränkt.
Die Lungenwege sind enger je kleiner die Kinder sind. Das spielt eine große Rolle bei den häufigen Infekten und Allergien im Kindes-und Jugendalter. Diese Reize führen zu Schwellung und Engstellung der Atemwege. Zusätzliches Sekret kann dann zu einem Verschlusss der kleinen Atemwege führen und es kann zu sogenanntem “Air-Trapping” kommen. Das bedeutet, die Luft ist “gefangen” und kann aus einem bestimmten Lungengebiet nicht oder nur schlecht ab strömen. Beim Tauchen kann das zu akuten Atemproblemen führen.

Tauchen

Tauchen – © 2008 Ute Gehrke

Herz:

Am Herzen ist bei Kinder häufiger als Erwachsene noch eine Verbindung auf Vorhofebene zu finden (persistierendes foramen ovale, PFO). An Land stellt diese Verbindung für gesunde Kinder und Jugendliche kein Problem dar. Unter Wasser bei erhöhten Druckbedingungen haben Taucher mit PFO ein höheres Risiko eine tauchbedingte Erkrankung zu erleiden (Dekompressionserkrankung).

Temperaturregulation:

Im Vergleich zu Erwachsenen haben Kinder und Jugendliche ein ungünstigeres Verhältnis von Körpervolumen zu Körperoberfläche und ein dünneres Unterhautfettgewebe. Das heißt, sie kühlen schneller aus und brauchen mehr Energie, um ihre Körperwärme zu erhalten und ermüden daher schneller.

Fazit:

Tauchen ist toll. Taucher und solche, die es werden wollen, sollten sich regelmäßig einer Tauchtauglichkeitsuntersuchung unterziehen, nach den gängigen Empfehlungen und durch einen erfahrenen Taucharzt.

Wegen der Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen durch das Wachstum und die Entwicklung sollte ein in der Tauchmedizin erfahrener Kinderarzt, oder ein Kinderarzt in Verbindung mit einem Taucharzt die Untersuchung durchführen.

Gerne können Sie einen Termin zur Tauchmedizinischen Untersuchung bei mir vereinbaren.

Ich freue mich auf einen Besuch!

Tauchen

Tauchen – © 2008 Ute Gehrke